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Geschichte
Über
den A8 ist geschichtlich nur sehr wenig bekannt. Wie etwa, dass er nur
ein Jahr lang, von 1963 bis 1964 gebaut sein soll, mit einer
Stückzahl von ca. 300. Hier habe ich
versucht die spärlichen Fakten zusammenzutragen und
auszuwerten.
Dieses seltene Archivfoto zeigt die Erstvorstellung des A8 auf der
Gewerbeschau "Zum Wurstmarkt" in Bad Dürkheim 1962. Hier
vielen
Dank
an Marcus Cramer
für die Bereitstellung des Fotos.
Schildaufschrift: ACHTUNG WINZER; NEUHEIT;
HOLDER ALLRADSCHLEPPER A8
MIT 8 PS SACHS-DIESELMOTOR
Besondere Vorzüge:
Günstige Schwerpunktlage durch niedrige Bauart; 8-fach
verstellbare Radspur durch Radwechsel;
Allradlenkung, dadurch kleiner Wendekreis;
Differentialsperre auf alle Räder wirkend;
3 Vorwärtsgänge - 3
Rückwärtsgänge; 1 Schnellgang;
Enorme Zugleistung, besonders am Hang;
Besichtigung im Ausstellungsraum HOLDER
Wachenheim am Marktplatz (Bus-Haltestelle)
;Weitere Auskünfte durch die
Generalvertretung Martin Jene K.G.
Wachenheim.
Als
1961 mit dem E8 ein Universal - Einachser für den mittleren
Leistungsbereich entwickelt
wurde, ging Holder daran auch in der Knickschlepperserie einen kleinen
und wendigen Allrader zu entwickeln. Dafür wurden wie schon
beim A10 zwei
E8 Getriebe mit einem Knickgelenk verbunden. So entstand 1962 der
Holder Allradschlepper, Cultitrac A8.
Dieser zeichnete sich besonders durch eine niedrige
Bauart und somit sehr tiefen Schwerpunktlage mit nur 180 mm
Bodenfreiheit, sowie
einer
sehr schmalen Gesamtbreite von 630 mm aus. Natürlich durften
auch
die allradtypischen Gimmicks wie
4-Radantrieb 4-Radbremsen, 4-Radlenkung und nicht fehlen. Eine
Geräteaushebung mit
Handaufzug war serienmäßig vorhanden, allerdings
konnte beim
Dieselmotor
auch eine Hydraulik gewählt werden. Dazu kommt noch
das
vom E8 übernommene 7-Gang Getriebe mit
serienmäßig eingebautem
Kriech- und Schnellgang. Besonders hervor- zuheben ist die wahlweise
Motor- oder
Getriebeabhängige Zapfwelle, die zusammen bis zu 8
verschiedene
Drehzahlen erlaubt, was damals kein anderer Kleinschlepper bieten
konnte.
Gedacht war er für den Weinbau mit besonders engen
Reihenkulturen sowie Baumschulen, Garten-, Feld-, Obstbau und
Sonderkulturen. Dafür stand eine eigene
Anbaugerätereihe
nach dem
Holder Einmannprinzip zur Verfügung. Für den
Anhängerbetrieb gab es eine Schnellkupplung mit Kugelkopf, die
an der Zapfwelle
befestigt wurde. Möglicherweise kostete er mit Diesel und
Hydraulik 1962 ca. 6.417,- DM
(3.208,50 €), mit Berning und Handaushebung
ca. 4.947,- DM (2.473,50 €). Eine Preisliste liegt mir erst ab
1966
vor.
Als
Antrieb gab es, wie beim E8, ebenfalls drei Motoren zur Auswahl: 2-Takt
F&S
D 400L, 2-Takt F&S Stamo 281 oder 4-Takt Berning DK 8, alle mit
jeweils 8 PS Leistung. Bei den ersten Modellen soll
Holder auch mit dem
eigenen
Dieselmotor HD1 mit 12 PS experimentiert haben. Zur
besseren Unterscheidung war der Sachs Diesel als "D", der Berning als
"B" und der Sachs Benzin als "F", bezeichnet
worden. Der A8 verfügt über eine komplette
elektrische Anlage mit einem!
Scheinwerfer mit Fahr- und Standlicht, Schluss- und
Kennzeichenleuchten,
Steckdose sowie einer Signal- und Blinkanlage.
Auch hier setzten die Kunden hauptsächlich auf den
sparsamen und robusten Diesel, der Berning war dagegen eher die
nächste
Alternative zum ölspuckenden Selbstzünder.
Dieser fand aber nur
selten
Abnehmer, ebenso wie der Stamo 281, der noch seltener anzutreffen ist,
was wohl auf den hohen
Spritverbrauch
zurückzuführen ist. Man sieht ihn später
auch nicht
mehr in verschiedenen Prospekten.
Obwohl er viele Vorteile bot, war das Interesse der Käufer
schon nach ein paar Jahren abgeklungen. Daher wurden die
meisten bis Ende
1964, ca.
350
Stück, gebaut. Ein ausschlaggebender Grund war
wohl der Preis, der für einen solchen Kleinschlepper
im Preis/Leistungsverhältnis recht hoch war. Viele Kleinbauern
schafften sich daher lieber einen Einachsschlepper oder
größeren Knicklenker an.
Trotz schlechter Verkaufszahlen behielt
Holder den A8 und seine Anbaugeräte allerdings noch bis
Anfang der 70er im Programm. Als Spezialschlepper war er wohl doch
nicht so stark am Markt vorbeientwickelt.
Info:
Der heutige Preis für den A8 (auch defekt) fängt oft
nicht
unter
2.000 € an. Daran kann man erkennen, wie wertvoll und beliebt
er geworden ist.
Norm-Ersatzteile sind aber noch z.B. bei René
Küpper und alle Aufkleber bei Niels
den Boer
zu bekommen.
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